Dörfliches Marienfelde

Marienfelder Quartiersansichten: Dörfliches Marienfelde © Arbeitskreis Historisches Marienfelde

„Als ich aus Lichtenrade in die Waldsassener Straße zog, war ich zuerst völlig entsetzt. Hier gab es nur einen ganz kleinen Krämerladen, sonst gar nichts! Wir haben immer gesagt: „Oh Gott, bei dem liegt der Kamm neben der Butter.“ Das war alles so dicht gedrängt und so klein.

Aber auf der anderen Seite war es sehr schön ruhig. Der Lichterfelder Ring war damals eine Obstplantage, der Bauer hatte auch Pferde. Die haben wir abends mit unserem Grünzeug gefüttert, was wir von der Küche als Abfall hatten. Das war das erste Jahr. Das war sehr schön.

Dann ging es los mit dem Bauen, zuerst das Altenwohnheim, dann die Ecke gegenüber von der Waldsassener Straße 8. Dann wurde das Dorothee-Sölle Haus gebaut. Das nannten wir Käseschachtel, so wie das aussah. 1968 war es fertig aufgebaut. Es wurden dann auch noch ein, zwei Wohnblocks gebaut. Das ganze Gelände war vorher Gärtnerei gewesen. Früher war man nur im Grünen und nun ist alles Stadt.

Aber es war schon positiv mit den Baumaßnahmen, weil uns versprochen wurde, dass auch ein Einkaufszentrum und ein Kindergarten in die Siedlung kommen.“

Dieser Text stammt aus Marienfelder Quartiersansichten war eine Ausstellung des Quartiersbüro W40. In der Ausstellung ging es um Planung und Entwicklung der Großwohnsiedlung Waldsassener Straße. Vielen Dank an Friederike Enssle und die Bewohner_innen der Siedlung, die mir ihre Eindrücke zur Veröffentlichung überlassen haben. Danke auch an den Historischen Arbeitskreis Marienfelde für die Fotos.

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