Hauswärtin in der Waldsassener Straße

Waldsassener Straße © K.Schwahlen 2015

„In einer Zeitungsannonce entdeckte ich eine freie Hauswartsstelle mit Wohnangebot in der neuen Großwohnsiedlung Waldsassener Straße der degewo. Ich war zu dieser Zeit alleinerziehende Mutter mit zwei Söhnen und auf der Suche nach einer zuverlässigen Anstellung. Als ich das erste Mal in die Waldsassener Straße kam, zählte ich nur die Stockwerke der Hochhäuser und dachte mir „Oh je“…

Keiner war da um mir die Wohnung zu zeigen, meine Vorgänger waren schon lange ausgezogen. Also nahm ich die Wohnung und die Stelle unbesehen an. Meine Aufgaben als Hauswärtin in der Waldsassener Straße 52 – 60 waren vielfältig: Keller fegen, Putzen und Wischen der Flure, das Sprengen der Grünanlagen im Sommer und Schnee schippen im Winter. Alles war dabei. Am aufwändigsten war allerdings das vierteljährliche Fenster putzen. Dabei mussten 4.000 m² Glas geputzt werden! Die Mieterinnen und Mieter haben meine Arbeit wertgeschätzt. Zu Weihnachten gab es immer kleine Geschenke.

Die Sanierung der degewo hat die Häuser ziemlich verbessert. Damit sind aber auch viele neue Leute ins Gebiet gezogen. Mit ihnen besteht bisher noch wenig Kontakt. Aber durch die Angebote im „Alten Waschhaus“ kann man Nachbarn kennen lernen und es bilden sich richtige Freundschaften.“

Marienfelder Quartiersansichten war eine Ausstellung des Quartiersbüro W40. In der Ausstellung ging es um Planung und Entwicklung der Großwohnsiedlung Waldsassener Straße. Vielen Dank an Friederike Enssle und die Bewohner_innen der Siedlng, die mir ihre Eindrücke zur Veröffentlichung überlassen haben. Danke auch an den Historischen Arbeitskreis Marienfelde für die Fotos.

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